Die richtige Lagerung

Der Geschmack von Kaffeebohnen ist das höchste Gut aller Kaffeeliebhaber. Damit uns dieser Geschmack beim Bohnenkauf lange erhalten bleibt, ist die richtige Lagerung von enormer Bedeutung.

Was ist es für eine Freude, in den Kaffeeladen seiner Wahl zu gehen und sich dort für die hübsch verpackten Bohnen zu entscheiden, die man daheim nach Lust und Laune verköstigen wird. Damit wir an einer Packung lange Spaß haben, sollten die Bohnen darin so lange halten, bis alle Bohnen aufgebraucht sind.

Kaffee ist prinzipiell leicht zu lagern, weil durch das Rösten kaum mehr Flüssigkeit in den braunen Bohnen vorhanden bleibt. Die fehlende Feuchtigkeit wiederum verhindert enzymatische oder biologische Alterungsprozesse und der Kaffee bleibt im Vergleich zu feuchteren Lebensmitteln länger frisch. Man kennt das von den Lebensmitteln daheim: Die Dörrpflaumen halten über Monate und verlieren nur unwesentlich an Geschmack. Bei frischen Pflaumen hingegen kann man von Glück sprechen, wenn sie länger als zwei Wochen halten, unabhängig von der Temperatur in der Wohnung.

Nichtsdestotrotz wird auch das getrocknete Lebensmittel einer Alterung unterworfen sein. Sie ist langsamer, aber vorhanden. Denn die chemischen Veränderungen während der Lagerung sind generell nicht vermeidbar. Alles im Leben ist eben dem Zerfall unterworfen und die Vergänglichkeit gehört dazu. Aber durch die richtige Lagerung lässt sich Einfluss auf die Alterungsprozesse nehmen, wodurch das Aroma und die Qualität des Kaffees erhalten bleiben.

Mehrere Faktoren haben einen Einfluss auf die Alterungsprozesse:

  • Sauerstoff

  • Feuchtigkeit

  • Oberflächenstruktur

  • Verpackung

Mit den richtigen Lagerungsbedingungen und Umgebungsvariablen lässt sich somit das Altern der Bohnen drastisch beeinflussen und verringern. Bevor man sich mit den Verpackungsweisen auseinandersetzt, ist es wichtig zu wissen, welche Stoffe in den Kaffeebohnen sind und welchen Umwelteinflüssen gegenüber denen sie besonders anfällig sind.

Die Kaffeebohne - was ist denn da drin?

Die Kaffeebohne ist ein interessantes Untersuchungsobjekt. Nimmt man die Kaffeebohne genauer unter die Lupe, wird man feststellen, dass die Oberfläche nicht glatt ist, sondern aus vielen Poren besteht. Einige Stoffe sind an der Oberfläche der Bohne angereichert. Das nennt man Adsorption. Durch den Kontakt dieser Stoffe mit Sauerstoff lösen sie sich und werden freigesetzt. Dem Sauerstoff ist der Name dieses Prozesses zu verdanken: Oxidation.

Unabhängig vom Sauerstoff werden auch weitere Inhaltsstoffe aus der Bohne freigesetzt. Bedingt durch die temperaturbedingte Bewegung der Teilchen diffundiert ein Teil der Stoffe in die Umgebung. Dieser Prozess ist abhängig von eben genannter Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Diese beiden Aspekte sind das Hauptproblem, warum Kaffee mit der Zeit verdirbt und an Geschmack verliert. Deshalb sind die wichtigsten Einflüsse bei der Lagerung Kontakt zu Sauerstoff und Temperatur.

Ein weiterer Faktor stößt jedoch hinzu, der erst unscheinbar wirkt, aber nicht zu verachten ist. Das Kohlenstoffdioxid im Kaffee, welches beim Rösten entsteht. Das CO₂ ist gefangen in den Poren der Kaffeebohnen, gelöst in den Kaffeeölen und der Restfeuchte. Mit der Zeit sinkt die Löslichkeit und das CO₂ wird freigesetzt. CO₂ ist einer der Hauptbestandteile von Kaffee und für uns nicht aufgrund des fehlenden Einflusses auf das Aroma interessant, sondern weil es wichtig bei der Lagerung ist.

CO₂ - Wie es sich verabschiedet

Konzentration von Kohlenstoffdioxid in ganzen und gemahlenen Bohnen, gelagert an der Luft bei 25°C

Kohlenstoffdioxid kennen die meisten vor allem von den Abgasgesetzgebungen bei Autos und als Treibhausgas. Auch in Kaffee ist es enthalten. Bereiten wir einen Kaffee zu, so ist immer eine Schaumbildung zu beobachten. Denn sie ist bedingt durch CO₂, das entweicht. Wenig Schaum heißt wenig CO₂, was ein Hinweis auf ein höheres Alter und demnach weniger Aroma des Kaffees ist.

Zwischen 6 und 10 Liter CO₂ entstehen pro Kilogramm geröstete Bohnen und ein Teil davon bleibt in den Bohnen enthalten. Das CO₂ verfliegt über die Wochen nach dem Rösten und ist verantwortlich für knapp 1,5 % Gewichtsverlust. Letzteres gilt eher für die dunkleren Röstungen, da sie aufgrund höherer Oberfläche eher anfällig sind für das Entweichen des Gases.

Die sogenannte Entgasung, also das Entweichen von Gas, ist umgekehrt zusammenhängend mit der Zeit, während der die Entgasung stattfindet. Am Anfang findet der größte Verlust an Gas, hier CO₂ statt. Danach verringert sich die Stärke der Entgasung immer weiter und erst nach Monaten ist der letzte Rest an Kohlenstoffdioxid entflogen.

Wie zuvor genannt, ist die Entgasung und die Oxidation hauptsächlich abhängig von der Temperatur, in welcher der Kaffee gelagert wird. Je höher die Temperatur, desto schneller läuft die Entgasung ab. Wichtig ist in diesem Fall auch der Druck der Atmosphäre, welchem der Kaffee ausgesetzt ist. Doch dazu später mehr.

CO₂ dient auch als eine Barriere zwischen den Kaffeebohnen in der Luft und verhindert so die Oxidation. Deshalb ist CO₂ auch wichtig und entwichenes CO₂ erhöht die Verderblichkeit des Kaffees.

So hot right now!

Wie den meisten bewusst sein dürfte, spielt auch die Temperatur der Lagerung eine wichtige Rolle. Den Topf mit Mittagessen ein paar Tage auf dem (abgeschalteten) Herd im Sommer vergessen und wir dürfen uns an einer farbenfrohen Schimmelpilzkultur erfreuen. Den Topf hingegen in den Kühlschrank verfrachtet lässt das Essen darin für mehr als eine Woche essbar bleiben. In der Tiefkühltruhe wird die Haltbarkeit noch stärker verlängert und je nach Lebensmittel ist bis zu einem Jahr realistisch.

Beim Kaffee ist bekannt, dass jede Erhöhung der Umgebungstemperatur um 10 °C die Abgabe von CO₂ um das 1,5-fache erhöht. Bei gemahlenen Bohnen ist der Effekt noch stärker. Kaffeepulver reagiert sensibler auf die Erhöhung der Temperatur um 10 °C und gibt in etwa die zweifache Menge CO₂ ab.

Nicht zu unterschätzen sind auch chemische Prozesse, die mit höherer Temperatur schneller ablaufen. Aus dem Chemieunterricht hatte mir mein Lehrer damals als Faustregel mitgeben, dass eine Temperaturerhöhung um 10 °C den Ablauf der Reaktionen in etwa verdoppelt. Ob das für Kaffeebohnen so genau stimmt, ist gar nicht so wichtig wie zu wissen, dass die höhere Temperatur die Prozesse beschleunigt und somit der Kaffee schneller altert und sich Stoffe schneller aus den Bohnen verflüchtigen.

Damit haben der Transport und die Transporttemperatur sowie Veränderungen von Tag und Nacht ebenfalls einen hohen Einfluss auf den Verlust von CO₂. Das ist neben dem Vorteil für die Umwelt und dem Aufbau sozialer Bindungen ein guter Grund, Kaffee in der regional zu kaufen.

Make me wet

Kaffeebohnen sind fast trocken. Trotz der Röstung bei hohen Temperaturen bleibt eine gewisse Restfeuchtigkeit in den Bohnen enthalten. Sie sind ebenfalls ein signifikanter Faktor für die Alterung des Kaffees. Die Feuchtigkeit hat einen größeren Effekt auf die Aromen im Kaffee als die Temperatur.

Sie bringt die Inhaltsstoffe in einen Zustand, unter welchem potenziell eher Diffusion, Oxidation und chemische Reaktionen stattfinden. Steigt die Feuchtigkeit, wird die Alterung begünstigt. Aufgrund der viel größeren Oberfläche von gemahlenem Kaffee bindet dieser mehr Feuchtigkeit im Vergleich zu Bohnen und damit haben wir einen weiteren Hinweis, warum gemahlener Kaffee sehr instabil ist und geschmacklich enorme Einbußen besitzt.

Rost findet man nur auf Eisen

Warum wird Eisen rötlich, wenn er Sauerstoff ausgesetzt wird? Es setzt sich dort Rost an. Unter den Chemikern ist der bekannt als Eisenoxid, einem Reaktionsprodukt aus Eisen und Sauerstoff. Der Sauerstoff, der uns das Leben erlaubt, ist ein reaktionsfreudiges Element und auch für den Verlust des Kaffeearomas relevant.

Bei der Oxidation reagieren Inhaltsstoffen des Kaffees mit dem Sauerstoff, daher der Name. Für jedes 1 % mehr Sauerstoff, dem der Kaffee ausgesetzt ist, verschlechtert sich die Qualität des Kaffees um 10 %. Wenn die Oberfläche sehr groß ist, zum Beispiel durch Mahlen auf den Feinheitsgrad von Espresso, dauert es nur wenige Stunden, dass der Hauptteil des Geschmacks verloren geht. Dank dem Sauerstoff verlieren sich so schnell Aromakomponenten. Sie gehen aber nicht nur verloren, sondern es entstehen ebenfalls von unerwünschte Geschmacksstoffe.

Die besonders reaktiven Stoffe in den Kaffeebohnen sind dafür besonders anfällig. Leider ist es so, dass der Verlust von Methanthiol (ein wichtiger Geschmacksstoff) recht schnell vorangeht, da auch dieser Stoff besonders reaktiv ist. Stark reaktiv, deshalb schnell weg.

Die vorhin genannte Oberflächenstruktur begünstigt die Oxidation. Je nachdem, wie die einzelnen Stoffe in die Zellen im Kaffee eingebettet sind, verstärkt sich die Oxidation. Dunklere Bohnen haben mehr Oberfläche als heller geröstete Bohnen aufgrund des Röstens. Dadurch geht die Oxidation schneller vonstatten. Fängt man nun auch noch an, die Bohnen zu Mahlen, wird die Oberfläche maximal vergrößert und der Kaffee ist der Umgebung größtmöglich ausgesetzt. Der Geschmack wird schnell beeinträchtigt und das ist ein guter Grund, Kaffee immer nur frisch zu mahlen.

Flüchtige Stoffe im Kaffee

Kaffee enthält um die 850 flüchtige Stoffe, von denen wir wissen, dass sie durch die chemische Reaktion bei der Bräunung entstehen. Manche davon sind stabil und unterliegen keiner Veränderung während der Lagerung. Dementsprechend gering ist ihr gefühlter Einfluss auf das Aroma. Aroma-relevante Stoffe hingegen sind vor allem instabil und unterliegen der Oxidation. Sie sind so flüchtig, dass es für jeden Kaffee-Feinschmecker wichtig ist, auf hochwertige Qualität, frisches Mahlen und optimale Transportbedingungen zu setzen.

Die Mechanismen, wie flüchtige Stoffe den Kaffee verlassen, sind tatsächlich noch nicht vollständig verstanden. Wir kennen zwar die Variablen, welche Einfluss auf die Verderblichkeit des Kaffees haben und wenden sie effektiv an. Doch das Wissen beschränkt sich bisher auf das Wie und vom Warum haben wir mittlerweile zwar auch fundiertes Wissen - vollständig geklärt sind die Prozesse nicht. Wir wissen, dass sich ein Teil der volatilen Stoffe bereits beim Rösten durch Verdunstung verflüchtigt und wie Oxidation abläuft. Doch allein davon lässt sich nicht die Geschmacksveränderung im Kaffee erklären. Denn es sind so viele einzelne Aromastoffe und Bestandteile enthalten, dass es noch lange dauern wird, bis alle erforscht sind.

Nichtflüchtige Stoffe im Kaffee

Das klang bisher so, als ob man die Bohnen nur herumliegen lassen muss und die Hälfte der Inhaltsstoffe verabschiedet sich sang- und klanglos. Dem ist nicht so. Kaffee enthält auch viele nichtflüchtige Stoffe. Darunter fallen Lipidie, also Fette. Sie sind ein wichtiger Bestandteil von Kaffeebohnen und anfällig für Oxidation, wenn der Kaffee gemahlen ist. Durch die vergrößerte Oberfläche und Verarbeitung entfällt die CO₂-Barriere, welche die Fette geschützt hat und der Weg ist frei zur schnelleren Verderblichkeit. Manche der Fette, genauer gesagt Linolsäure (ungesättige Fettsäure) ist besonders anfällig für Oxidation. Gesättigte Fettsäuren hingegen bleiben fast stabil im Kaffee.

Wesentlich für die Entstehung von unerwünschten Aromen ist auch die Entstehung von Aldehyden durch die Oxidation von Fetten. Den meisten dürfte Formaldehyd bekannt sein, dessen stechender Geruch bei der Desinfektion kein lieblicher Geruch ist. Solche Aromen möchte man auch nicht im Kaffee haben, weshalb sich eine rasche Verarbeitung der Bohnen anbietet.

Die Zersetzung der nichtflüchtigen Stoffe lässt sich recht einfach verringern. Indem man die Temperatur senkt, werden die Öle zähflüssiger und es findet weniger Oxidation statt. Das Aussetzen von Kaffeebohnen gegenüber Licht fördert übrigens auch die Anfälligekit für Oxidation. Deshalb ist es immer ratsam, die Bohnen in der vorgesehene Verpackung zu behalten.

Verpackung

Durch die vielen möglichen Ursachen für die Verschlechterung der Qualität des Kaffees und damit des Aromas wird die Wichtigkeit der Verpackung hervorgehoben.

Durch die vorhin genannten Aspekte ergeben sich folgende Anforderungen an die Verpackung, um das Verderben zu verringern:

  • Schutz vor äußeren Einflüssen (Licht, Sauerstoff, Feuchtigkeit)

  • Aroma der Bohnen lange behalten

  • nicht mit dem Inhalt der Verpackung chemisch reagieren, um Geschmacksveränderungen vorzubeugen

  • CO₂ muss entweichen können, denn eine Entgasung findet immer statt und Überdruck ist unerwünscht

  • bis zum Ende des Verbrauchszeitpunkts des Kaffees soll die Qualität erhalten bleiben

  • für Nahrungsmittel geeignet

Diese Liste ist allerdings nicht vollständig. Sie enthält alle Faktoren, die für den Genießer des Kaffees von Interesse sind. Weitere Anforderungen stellen sich allerdings, um den Kaffee auch auf den Markt bringen und verkaufen zu können:

  • umweltfreundlich

  • praktisch

  • günstig

  • robust

  • gewisse Ästhetik für Verkauf

Typische Materialien für Verpackung

Kaffee kommt in allen Formen und Farben. Damit meine ich nicht die Bohne, sondern die Verpackung. Die Bohnen werden in so vielen Typen und Formen der Verpackung verkauft, sodass es nicht immer leicht ist, sie auseinanderzuhalten. Die unten aufgelisteten Verpackungen sind die typischen Verpackungen von Kaffee, wobei vor allem die flexiblen Verpackungen im Laden verkauft werden, wohingegen die steiferen Methoden für die Lagerung Zuhause oder in großen Lagern vorbehalten sind.

TODO: Bilder

Steife Verpackungen

Kaffeedose aus Blech

Weißblech

Typische Blechdose mit einem ästhetischen und oft Retro-Aufdruck.

Vorteile

Nachteile

✔️ Vollständige Barriere

❌ Teuer

✔️ Druckresistent

❌ Steif, deshalb nicht immer am besten zu verstauen

✔️ Recyclebar

✔️ Robust

Aluminium

Ebenfalls typische Dose, nur aus anderem Material.

Vorteile

Nachteile

✔️ Vollständige Barriere

❌ Teuer

✔️ Druckresistent

❌ Steif, deshalb nicht immer am besten zu verstauen

✔️ Recyclebar

❌ Nicht besonders umweltfreundlich

❌ Schwierig von anderem Müll zu trennen

Glas

Meist Bügelgläser, in denen der Kaffee gelagert wird. Je nachdem, wie gut der Verschluss ist, dichtet die Gläser vollständig ab.

Vorteile

Nachteile

✔️ Vollständige Barriere

❌ Empfindlich

✔️ Umweltfreundlich

❌ Schwer

✔️ Recyclebar

❌ Steif, deshalb nicht immer am besten zu verstauen

✔️ Druckresistent

❌ Schwierig von anderem Müll zu trennen

Mehrlagige, flexible Verpackungen

Verpackung, die innen Aluminium und außen aus Papier/Karton besteht

Das Aluminium, das in dieser Verpackung enthalten ist, ist die einzige vollständige Barriere und lässt nichts nach außen oder innen dringen. Üblicherweise wird mit einem dreiteiligen Aufbau gearbeitet: Die innerste Schicht ist verformbar und wasserdicht. Die mittlere Lage ist aus Aluminium. Und die äußerste Schicht wiederum schützt vor äußeren Stressoren der Packung. Deshalb haben die flexiblen Verpackungen meist die mittlere Schicht aus Aluminium gemein, wohingegen die innerste und äußerste Schicht variieren.

Aluminium und Polymer

Vorteile

Nachteile

✔️ Billig

❌ Versiegelt nicht vollständig

✔️ Einfach herzustellen

❌ Nicht robust

✔️ Flexibel

❌ Kaum Zersetzung in Natur

✔️ Befriedigende Umweltfreundlichkeit

Aluminium und Karton

Vorteile

Nachteile

✔️ Billig

❌ Schwierig von anderem Müll zu trennen

✔️ Vollständige Barriere

❌ Nicht druckresistent

✔️ Befriedigende Umweltfreundlichkeit

❌ Aufwändige Herstellung

❌ Nicht stabil

❌ Nur teilweise Zersetzung in Natur

Mehrlagiges Polymer

Vorteile

Nachteile

✔️ Billig

❌ Keine Zersetzung in Natur

✔️ Einfach herzustellen

✔️ CO₂-Durchlässigkeit

✔️ Muss nicht von anderem Müll getrennt werden

Naturstoffe (Papier, Jute, etc. )

Aktuell geht der Trend, insbesondere bei kleineren Spezialitätenkaffeeläden, in Richtung von besonders umweltbewussten und abbaubaren Naturstoffen. Sie sind meist ein eher schlechter Schutz gegenüber Umwelteinflüssen, dafür lassen sie sich im Biomüll entsorgen.

Vorteile

Nachteile

✔️ Biologisch abbaubar

❌ Versiegelt nicht vollständig

✔️ Einfach herzustellen

❌ Nicht druckresistent

✔️ Meist günstig

❌ Empfindlich

Verpackungsprozess

Auch der Verpackungsprozess selbst hat Einfluss auf die Schnelligkeit des Verderbens des Kaffees. Durch die Wahl des richtigen Verpackungsprozesses lässt sich nicht allein die Haltbarkeit beeinflussen, sondern auch die Herstellungskosten, was für Unternehmen je nachdem wichtig ist.

Man unterscheidet zwischen diesen Verpackungsprozessen:

Verpackung mit Luft

Der Kaffee wird ganz simpel in ein Behältnis gefüllt und luftdicht verschlossen. Das ist die am meisten gebräuchliche Verpackungsvariante für Kaffeebohnen.

Vorteile

Nachteile

✔️ Simpel

❌ Kürzere Haltbarkeit

✔️ Günstig

❌ Nur möglich mit entgastem Kaffee (oder Einweg-Ventil

Vakuumverpackung

Die Luft wird während des Verpackens dem Kaffee entzogen. Dieser Prozess wird vor allem bei Kaffeepulver eingesetzt und lässt die typischen Kaffeeblöcke entstehen.

Vorteile

Nachteile

✔️ Kein Sauerstoff, der Verderben begünstigt

❌ Aufwändiger

❌ Nur möglich mit entgastem Kaffee

❌ Bei starren Behältern entweicht aufgrund von Druckunterschied Aroma

❌ Eingesetzte Wasserkühlung bei flexiblen Behältnissen verringert Haltbarkeit des Kaffees

Verpacken unter Schutzatmosphäre

Dieses Verfahren ähnelt der Verpackung mit Luft, aber die Luft wird durch ein anderes Gas ersetzt, um Feuchtigkeit zu verringern und die Haltbarkeit zu erhöhen. Üblicherweise wird hierfür Stickstoff oder CO₂ verwendet, was die Haltbarkeit um bis zu dem Dreifachen erhöhen kann. Man kann den Druck in der Verpackung auch höher machen als in der Atmosphäre, wodurch der Kaffeeduft länger erhalten bleibt. Der Vorteil dieser Methode zeigt sich allerdings erst nach 10 bis 14 Tagen, da der Kaffee davor einer stärkeren Alterung unterliegt.

Vorteile

Nachteile

✔️ Kein Sauerstoff, der Verderben begünstigt

❌ Aufwändigste Verpackungsweise

❌ Nur möglich mit dichten Behältern

❌ Teuer

Aktive Verpackungen

Am Anfang dieses Abschnitts habe ich geschrieben, dass die Verpackung möglichst nicht chemisch mit dem Kaffee reagieren sollte. Das ist wahr. Doch es gibt eine Ausnahme: aktive Verpackungen. Darunter fallen Verpackungsmethoden, bei welchen die Verpackung nicht nur eine Barriere zwischen dem Kaffee und der Umwelt spielt, sondern aktiv die Qualität des Kaffees beeinflusst. Das Ziel ist, die Qualität des Produkts beizubehalten oder die Haltbarkeit zu verlängern.

Dazu bedient man sich entweder Verpackungen, die Stoffe absorbieren oder abgeben. Bei Kaffee bedient man sich typischerweise Verpackungen, die entweder den Sauerstoff oder Kohlenstoffdioxid absorbieren. Dafür verwendet man Eisenpulver und Kalziumhydroxid.

Richtige Aufbewahrung finden

Ein Unternehmen, das Kaffee verkauft, steht vor einer schwierigen Wahl: Für welche Verpackung entscheide ich mich, um meinen Kunden das bestmögliche Kaffeeerlebnis zu bieten, ohne dafür zu verarmen oder Geld aus dem Fenster zu werfen. Je nach Markt, für welchen der Kaffee produziert wird, erhält man ein anderes Ergebnis, welche Verpackungsmethode sich gut eignet. So werden große Produzenten, welche Robusta-Kaffee an die Massen verkaufen, sich weniger Gedanken um den Geschmack machen, sondern mehr um die Kosten, den Transport und das Marketing des Kaffees. Kleinere Unternehmen mit Fokus auf Qualität werden die höheren Kosten oder speziellere Lösungen in Kauf nehmen, um seinen Kunden den besten Kaffee zu bieten.

Für den Privatverbraucher stellt sich allerdings solche Fragen gar nicht. Es gibt für den qualitätsbewussten Abnehmer nur zwei Möglichkeiten:

Entweder behält man den Kaffee in der Verpackung, in der der Kaffee zu uns gekommen ist. Das ist billig, sieht schön aus und lässt sich gut verstauen. Oder man legt sich eine licht- und sauerstoffdichte Verpackung zu und verfrachtet die Kaffeebohnen dort hinein. Dazu bedient man sich den vielen speziellen Kaffeedosen, die es auf dem Markt gibt. Aber mehr als solche Ansprüche muss man daran nicht haben. Ein dunkel gelagertes Einmachglas, das sich vollständig schließen lässt, eignet sich ebenso wie ein Metallbehälter, der perfekt dicht schließt. Mit diesem Verfahren wird der Kaffee länger haltbar bleiben, dafür muss man initial Geld für diese Art von Verpackung ausgeben.

Vermeiden sollte man jede Art von bereits gemahlenem Kaffee. Dieser Kaffee ist aufgrund der vergrößerten Oberfläche der Umwelt viel stärker ausgesetzt und verdirbt schneller. Immer, wenn die Möglichkeit besteht, sollte man somit den Kaffee frisch mahlen. Nur so lässt sich eine hohe Qualität bewerkstelligen, was sich im Geschmack des Getränks niederschlägt. Und darauf kommt es schließlich an.

Weiterführende Literatur

Petracco, M. "Espresso Coffee: The science of quality." Elsevier Academic Press. London. UK (2005): 290-313.